Netzwerk
Gemeinsame Antworten auf den Wandel sozialer Räume
An der Schnittstelle zwischen Käfertal-Süd und dem neuen Quartier Spinelli zeigt das Netzwerk Spinelli FreiRaumLab, wie institutionsübergreifende Raumnutzung soziale Potenziale bewahrt.
Im Fokus stehen die katholische St.-Hildegard-Kirche, deren Gebäude der Caritasverband zur Fachschule umbaut, und die evangelische Philippuskirche. Mit den Kirchen stehen auch ihre Gemeindehäuser, Kitas, Jugend- und Sozialräume zur Diskussion – Räume, die über Jahrzehnte als selbstverständliche Orte der Begegnung, Beratung und Freizeit dienten. Unklar ist die Zukunft der Gemeinderäume von St. Hildegard, die noch bei der Gemeinde liegen. Für die Philippuskirche konnte das Netzwerk bereits einen Aufschub bis 2029 erreichen, um an tragfähigen Konzepten zu arbeiten.
Eine Kooperationsvereinbarung aller Beteiligten liegt vor, doch die ehrenamtlich Aktiven brauchen Unterstützung. Dafür werden neue Förderungen gesucht.
Die Phasen der Netzwerkarbeit bis heute:
Phase 1:
Im September 2021 erarbeiteten die Mitglieder des Netzwerks erste Schritte für eine gemeinsame Zusammenarbeit und stellten ihre Ideen der Öffentlichkeit vor.
Phase 2:
Im Jahr 2022 stand das Erfinden, Erproben und Experimentieren im Mittelpunkt, wobei sich Strukturen festigen sollten. Zentraler Schauplatz war die Piazza Spinelli. Das Spinelli FreiRaumLab war eines von drei Mannheimer Gastprojekten der Internationalen Bauausstellung Heidelberg.
Phase 3:
Von Januar 2023 bis Juni 2024 wurde das Spinelli FreiRaumLab mit der Piazza Spinelli vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik gefördert. Parallel zur Bundesgartenschau 2023 in Mannheim trug das Spinelli FreiRaumLab mit praktischen Kooperationsbeispielen, Thesen, Inszenierungen und Veranstaltungen zum stadtgesellschaftlichen Diskurs bei. So konnte schon vor dem Einzug der ersten Bewohner:innen vor Ort eine Kultur des Teilens von Wissen, Ressourcen und Raum entstehen, die sich nach der Erprobungsphase verstetigte.
Phase 4:
Nach der Phase der Verständigung folgte die Verstetigung. Hierfür wird seit 2024 an neuen Strukturen und der Akquisition von Unterstützer:innen und Fördermitteln gearbeitet. Das Kirchengebäude von St. Hildegard wird inzwischen zu einer Pflegeschule der Caritas ausgebaut. Die katholische Gemeinde hält ihre Gottesdienste jetzt in der evangelischen Philippuskirche gleich gegenüber ab.
Phase 5:
Seit 2025 arbeitet das Netzwerk an zwei konkreten Projekten, um die gemeinsame Raumnutzung weiter zu stärken:
„Käfertal on Air“ – eine App für geteilte Räume und Veranstaltungen: Gemeinsam mit einem international tätigen App-Unternehmen aus Mannheim entwickelt die Gemeinde St. Hildegard eine digitale Plattform, die Räume sichtbar und buchbar macht und über Veranstaltungen informiert – von Gottesdiensten bis zu Nachbarschaftstreffen. Die Entwicklung wird von der Firma gesponsert, die Betriebskosten tragen zunächst der TV 1880 Käfertal sowie die evangelische und katholische Gemeinde. Langfristig soll die App für den gesamten Stadtteil nutzbar sein. Um dies zu ermöglichen, sucht das Netzwerk Unterstützer:innen und Fördermittel.
Neue Nutzung für den Kirchturm von St. Hildegard: Ein Architekt aus einer der Spinelli-Wohngruppen hat einen Entwurf für den Innenumbau des Kirchturms erarbeitet. Künftig soll er als Andachts- und Begegnungsraum genutzt werden. Die Planung läuft – die Umsetzung ist das nächste Ziel.
Auf der Käfertaler Seite sind folgende Netzwerkpartner:innen zu finden:
Die katholische Kirche (derzeit im Umbau) und das Gemeindezentrum St. Hildegard

Die evangelische Philippuskirche

Der TV 1880 Käfertal

Das Joseph-Bauer-Haus und das Franz-Völker-Haus


Im neuen Quartier Spinelli sind schon folgende Netzwerkpartner:innen dabei:
Die Wohngruppe Neighborwood

Die Wohngruppe Oikos

Die Wohngruppe WohnWerk

Das Wohnmodell Anundo Park

