Das Spinelli FreiRaumLab
Käfertal im Wandel: Wie Kooperation Stadt gestaltet
Käfertal ist Deutschlands am stärksten wachsender Stadtteil. Auf dem Gelände der ehemaligen Spinelli Barracks entstanden im Rahmen des Grünzugs Nordost die Bundesgartenschau 2023 – heute ein öffentlicher Park – und ein neues Stadtquartier.
Um das Leitmotiv „Quartier statt Siedlung“ in die Praxis umzusetzen, entwickelte die verantwortliche Projektgruppe Konversion der Stadt Mannheim gemeinsam mit der Urbanistin Sally Below und lokalen Akteur:innen Leitbilder. Ein wichtiges Ergebnis dieser Arbeit war neben dem Rahmenplan ein Fokus auf die Schnittstelle zwischen Käfertal-Süd und dem neuen Quartier, die prototypisch vielfältige städtische Herausforderungen vereint.
Diese stadträumliche Situation war die Basis für die gemeinschaftliche Entwicklung eines neuen sozialen und grünen Zentrums, das die Nachbarschaften verbindet – aus dem Bestand heraus und ohne bauliche Veränderungen. Aber wie geht man vor, wenn die beiden prägenden Kirchen – die katholische und die evangelische – von ihren Landeskirchen geschlossen werden sollen? Wie lässt sich das umsetzen, wenn Nutzungskonflikte auf den Grünflächen bestehen, institutionelle Barrieren die Kooperation erschweren und gleichzeitig nicht nur der Sportverein und die Nachbarschaft flexibel nutzbare Räume brauchen?
Das Netzwerk: Räume neu codieren
Um hier gute Lösungen zu finden und die verschiedenen Konstellationen zusammenzubringen, müssen die Akteur:innen neue Wege gehen. Sie schlossen sich 2021 – unter fachlicher und prozessgestaltender Begleitung – als Netzwerk Spinelli FreiRaumLab zusammen, um gemeinsam an der Realisierung einer ganz spezifischen Idee zu arbeiten: dem Teilen von Wissen, Ressourcen und Räumen.
Das Netzwerk besteht aus der katholischen Kirchengemeinde Maria Magdalena mit der Kirche St. Hildegard, der evangelischen Gemeinde Käfertal und im Rott mit der Philippuskirche, dem TV 1880 Käfertal, dem Caritas-Verband Mannheim mit dem Joseph-Bauer-Haus und dem Franz-Völker-Haus, den Wohngruppen NeighborWood, Oikos und WohnWerk und der Anundo Wohnen & Service, die auf Spinelli gebaut haben, sowie der neuen Grundschule Spinelli und der Apotheke am Quartiersplatz.
FreiRäume sind im Sinne des Netzwerks Grün- und Erholungsflächen ebenso wie die Räume, die in den Gebäuden zur Verfügung stehen: Kirchen- und Gemeinderäume, die Bezirkssportanlage, Sportflächen und das Vereinsheim sowie die Gemeinschaftsräume der Wohngruppen.Viele dieser Räume sind multicodiert und unspezifisch nutzbar – sogenannte „weiße Räume“, die sich für alle Altersgruppen und Bedürfnisse eignen.
Ziel des Spinelli FreiRaumLabs ist es, durch geteilte Nutzung institutionelle und nachbarschaftliche Grenzen zu überwinden – und zu zeigen: Die Zukunft dieser städtischen Situation liegt in der Kooperation. Dafür ist der Aufbau einer tragfähigen Struktur, die das Teilen der bestehenden Flächen und Räume ermöglicht, ebenso wichtig wie die Entwicklung und Etablierung gemeinschaftlicher und neuer Nutzungskonzepte. Seit 2021 arbeitet das Netzwerk daran.
> Hier gibt es mehr Informationen zum Netzwerk
Projektträger/fachlich-konzeptionelle Begleitung bis Juni 2024
(seitdem weiterhin Teil des Netzwerks):
Sally Below, sbca
Katzlerstraße 5
10829 Berlin
